Reichshofstadion 2018
Lustenau | Österreich

Bauaufgabe: Erweiterung Fußballstadion
Auftrag: Wettbewerb | 1. Preis – in Bearbeitung
Architektur: bernardo bader architekten | Dornbirn
Projekt-Partner: Architekt Walter Angonese, gbd | Dornbirn
Mitarbeit: M. Kastl (PL), C. Bär, J. Ambrosig, J. Mallaun, M. Ulmann, T. Wretschko
Kapazität: 4.900 m², 28.453 m³

Ein neues Stadion für Lustenau, im Rheintal an der Grenze zur Schweiz und direkt am Rhein gelegen, der Wunsch nach einem neuen Stadion möglichst aus Holz und den Erhalt und die Einbindung der Südtribüne in das Projekt, das sind die programmatischen und kontextuellen Prämissen für unser Projekt. Diese Konditionierungen sind aber gleichzeitig der konzeptionelle Ansatz und die Projektmethode. Für ein neues Fußballstadion für ca. 7000 Besucher und den Anspruch an eine auch starke Wahrnehmbarkeit bedarf es aber mehr.

Der Rhein und das Rheintal stellen die großräumliche landschaftliche Identität dar und Lustenau eine für das Rheintal typische Urbanität. Lustenau ist gleichzeitig Grenzstadt und eine Diskussion über eine länderübergreifende Region Rheintal wird schon seit langem geführt. Warum also nicht diese Prämissen durch den neuen Stadionbau dazu nutzen, eine Architektur zu schaffen die im Sinne eines „Landmarks“ den Anspruch der länderübergreifenden Region Rheintal auch bedient. Jeder Ort im Rheintal hat seine Identität, seine Kirche und sein Zentrum, seine Zeichen prosperierender Wirtschaft in Form einiger „Hochpunkte“ von Verwaltungsgebäuden erfolgreicher Unternehmen. Diese Überlegungen haben uns dazu gebracht, dem Stadion durch die vier Beleuchtungspylonen ebendiese Landmarkidentität zu verleihen.

Ein Bauwerk zu schaffen, das nicht durch den großen Maßstab, der sein Umfeld stark kompromittieren würde zum Landmark werden kann, sondern durch vier ca. 40 m hohe Stützen (Pylonen) die einen Raum im großen Maßstab des Rheintales markieren und darunter – im Stadiongebäude selbst – dann wieder die Maßstäblichkeit des Ortes, die Sehnsucht und Wünsche der Lustenauer nach einem „Wohnzimmer“ für ihren Fußball, einen Ort der Lustenauer Gemeinschaft in der Maßstäblichkeit ihrer Stadt und fast gänzlich als Holzbau gedacht bedienen. Diese vier Pylonen tragen mit ihrem Sockel aus Beton dazu bei, dass die Tribünenbauten aus Holz darauf liegen können, den Kontakt mit dem Boden vermeiden, und genau damit zu etwas Besonderen werden lassen. Die Schwere des Betons und die Leichtigkeit des Holzbaus, verbunden mit der Ausreizung seiner physischen Eigenschaften sollen zu einem großen Ganzen zusammengeführt werden und genau durch ihre Gegensätzlichkeit identitätsstiftend agieren. Ausgehend von der Erhaltung der südlichen Tribünen umklammern die neuen Tribünen das Spielfeld, während die südwestlichen Bestandsbauten eine Weiterführung in Form eines langgezogenen L-Winkels erfahren und das „Austriadorf“ umrahmen. Die Erschließung erfolgt – wie gewünscht und in diesem Falle auch legitim – über das Austriadorf, der Eingang mit den Kassabauten ist am nordöstlichen Bereich angesiedelt. Vom Austriadorf aus verteilen sich die Besucher entweder über die Treppen direkt in die West- und Nordtribüne oder über die erdgeschossig verlaufenden Erschließungsgänge in die Nord- und Osttribüne. Ein Zugang von Osten für die Gegnermannschaft oder auch für gewisse Fangruppen ist wie verlangt gleichfalls möglich und über Schleusen steuerbar.