Kapelle Salgenreute 2016
Krumbach | Österreich

Piranesi Award 2017 | Bauherrenpreis Österreich 2017 | The International Architecture Award 2017 | best architects award 18

Bauaufgabe: Neubau einer Kapelle
BauherrIn: Bewohner der Parzellen Au, Zwing und Salgenreute
Auftrag: direkt

Architektur: Bernardo Bader Architekten | Dornbirn
Mitarbeit: Joachim Ambrosig (PL), Andreas Rosian, Jomo Zeil | Dornbirn
Bauleitung: Bernardo Bader Architekten | Dornbirn
Statik: merz kley partner ZT GmbH | Dornbirn
Foto: Adolf Bereuter  | Dornbirn
Nutzfläche: 40 m²
Struktur: Holzbauweise  mit massivem Sockel

„Dialog von Ort und Mensch“
Topgrafisch sehr reizvoll auf einem Nagelfluhrücken nahe den Krumbacher Mooren gelegen wird eine bestehende Lourdes-Kapelle neu errichtet. Eine Sanierung der alten Kapelle war bautechnisch nicht mehr möglich. Ein reines Neuabbilden des Bestandes in einer Baukulturgemeinde wie Krumbach nicht erklärtes Ziel. Vielmehr ging es darum auf Vorhandenes aufzubauen. Aber auch der Mut Neues zu wagen beseelte uns. In einem mehrjährigen Prozess des gemeinsamen Planes und Bauens wurde in vorbildlicher Weise ein Projekt von Bürgern aus Krumbach und Handwerkern nun sichtbar.Erst wenn mehr als hundert Menschen ihre Arbeitszeit und Ihr organisatorisches Können als  Qualität und Mehrwert des „Tuns“ ansetzen, ergibt sich die Möglichkeit ein solches Projekt realisieren und finanzieren zu können.Die Kapelle Salgenreute wächst aus der Tradition einer historischen Ordnung heraus, welche viele Ortsbilder im Bregenzerwald prägen. Die Kapelle ist aus Holz und Stein gebaut. Durch das Sonnenlicht wird sie dunkel werden, schwarz im Süden, silbergrau im Norden, wie die alten Bauernhäuser. Die einfache Grundform bestehend aus Hauptschiff und Apsis beruht auf annähernd gleichem Grundriss, so wie es das der Bestand  schon mehr als 200 Jahre vormachte. Die Raumform ist neu. Eine steil aufstrebende räumliche Faltung aus Holz abgehoben vom Gelände. Ganz ohne klassischen Turmaufsatz besticht sie durch eine dem Ort und dem Thema zuträgliche Signifikanz und Zeichenhaftigkeit. Im Innern dominiert neben der Einheitlichkeit von Wand und Dach das sehr helle frontal einfallende Licht welches dem Raum eine besondere Stimmung verleiht. Die Figuration der Mutter Gottes in Form der Marienstatue die aus dem Bestandsbau stammt, ist nicht wie in klassischen Konzeptionen zentral sondern seitlich begleitend angeordnet. Der Blick nach vorne durch die weiße Apsis bleibt dabei frei und führt direkt hinaus in die Natur. Wer die Kapelle  betritt, verlässt den festen Grund – er begibt sich auf eine besinnliche Reise.