Haus am Bäumle 2016
Lochau | Österreich

 

Bauaufgabe: Wohnen mit Studio auf knapper Restparzelle
Bauherr: privat
Aufttrag:
direkt

Architektur: Bernardo Bader Architekten | Dornbirn
Mitarbeit: Joachim Ambrosig (PL)
Bauleitung: Berchtold Holzbau | Wolfurt
Statik: Mader & Flatz | Bregenz
Fotos: Adolf Bereuter | Dornbirn, Bernardo Bader Architekten | Dornbirn
Nutzfläche: 200.0m²
Energie: großer Kaminofen, Erdwärmepumpe mit Tiefensonde; 22kW/m²A
Struktur: Kernzone und Deckenplatten aus Stahlbeton, Holzelementbau mit hochwärmegedämmten
Außenbauteilen

Text:
Auf einer sehr schmal konfektionierten Bauparzelle versucht das Haus aus den Hemmnissen und der
Unvorteilhaftigkeit einer Realteilung seine Bauidee zu formulieren. Nur durch das selbstbewusste
Anbauen an den Erschließungsweg im Süden und die seitens eines Nachbarn gewährte Abstandsnachsicht
wurde die Nachverdichtung der Parzelle überhaupt ermöglicht. Auf dem nach Norden zum Lohbach stark
abfallenden Grundstücksstreifen entwickelt sich fortan ein länglicher rechteckiger Zuschnitt über gut 3
Geschosse vertikal in die Höhe.

Im Erdgeschoss ist ein kleines Studio eingeschrieben, welches das Wenige an ebener Fläche im
Außenbereich nutzt. Gekocht und gegessen wird einen Stock darüber. Dort sitzt man angenehm geschützt
und privatisiert wahlweise an einem Tisch Innen oder in einer kleinen Loggia. Ganz oben das Wohn- und
Kaminzimmer unter einem bergenden zusammenführenden Satteldach.

Bewusst gesetzte Öffnungen inszenieren auf den Geschossen unterschiedliche Ausblicke, zum See, zum Bach
und zurück zum Dorf. Die Befensterung des Hauses generiert einen angenehmen Puls aus hellen und etwas
dunkleren Bereichen. Der für angemessen erachtete Öffnungsanteil der Fassade verhindert das räumliche
Ausfließen des Innenraums. Das Fenster kommuniziert in bewährter Weise mit dem Außen und
privatisiert zeitgleich auf angenehme Art und Weise das Leben im Haus.

Gebaut ist das Haus aus einer massiven Kernzone aus Beton. Nach außen hin zu Wand und Dach
schließt ein hölzerner Mantel aus eingestellten Holzementen ab. Dabei wird einerseits das klassische
Thema einer soliden charakterstarken Mitte des Hauses bedient, welche den Kaminofen, die Küche
und die Nasszellen aufnimmt. Dem Zentrum entgegengesetzt wird es zu den Fenstern hin durchgehend
hölzern, zarter und heller. Die räumliche Verdichtung des Inneren weitet sich dadurch angenehm, mit
differenzierten Übergängen, dem Äußeren zu.

Außen greift das Fassadenkleid mit seiner schwarzen Färbung in der unmittelbaren Nachbarschaft noch
vorherrschende Bilder  von sonnenverbrannten landwirtschaftlichen Stadel auf. Zu Wenige dieser Relikte
sind durch das Zurückdrängen landwirtschaftlicher Nutzung im Vorarlberger Rheintal nur mehr übrig geblieben.