Saunahaus Krone 2018

Bauaufgabe: Zubau Saunahaus | Gasthaus Krone
Bauherrschaft: Helene und Dietmar Nussbaumer
Auftrag: direkt
Architektur: bernardo bader architekten | Dornbirn
Mitarbeit: Paul Jungwirth (PL), Manuela Türtscher
Bauleitung: Jürgen Haller | Mellau
Kapazität: 215 m² Nutzfläche | 890 m³ Kubatur
Energie: Anbindung Bestand, Fernwärme
Struktur: Holzelementbau
Fotos: Adolf Bereuter

Ein Ufo? Trotz all den Freuden der Sinne, mit welchen die ,Krone’ verwöhnt, mag man derart “Übersinnliches” nicht glauben. Also kaum. – Doch was dann? Ein Haus? Was haben wir, nicht zuletzt in der ,Krone’, über die Geradlinigkeit der Bregenzerwälder-Häuser unter dem einen Dach gelernt? Und jetzt hier: geradlinig? Wo ist das Dach? Also auch nicht. – Was dann? Ein Möbel? Immerhin ist nun die “grüne Stube” der ,Krone’ neu möbliert. Und über Wälder-Möbel weiß man: sie sind vielgestaltig.

Aber ein Möbel, das man betreten kann? Wenigstens in dieser Gegend ist so etwas unbekannt. Wieder nichts. – Eine Maschine? Wir denken an Gebilde in alten Filmen, die sich drehen, kläppern, pfeifen, dampfen. Das hier liegt mucksmäuschenstill vor uns, also Fehlanzeige. – Doch halt, Dampf! Zwar nicht draußen, aber drinnen. Also: still, in sich ruhend, dampfend – vielleicht Kunst? Begegnen einem nicht, wohin man in Grundriss und Ansicht schaut, Quadrate; ist nicht alles in tiefstes Schwarz getaucht? Da war doch dieses schwarze Quadrat, das vor hundert Jahren die Kunst des Jahrhunderts auf den Kopf stellte. Hilft das weiter? Unsinn: Das schwarze Quadrat hängt noch immer an der Wand. Unser Ding dagegen kann, ja soll man – kaum bekleidet – betreten und sich dann auch noch pudelwohl fühlen, eingehüllt in Wärme und Feuchte und Duft von unverfälschter Fichte.

Lassen wir also die Finger von den “semantischen Spitzfindigkeiten” und bleiben dabei: Die ,Krone’ hat eine neue Sauna – mit Sanarium, finnischer Sauna, Dusch- und Massageraum draußen im Garten und einem Ruheraum im Haus. Zwischen beidem eine kleine Lücke mit nichts als frischer Luft und mitunter einigen Regentropfen. Ein Gebilde nach Plänen des Hausarchitekten Bernardo Bader, in gewohnt höchster handwerklicher Ausführung, vorwiegend in Holz; lediglich der Boden ist Granit und das Dach Schwarzglas. Ein Bau, der sein Umfeld prägt und den überarbeiteten Garten in eine grüne Oase des Rückzugs verwandelt mit wechselnder Lichtstimmungen und gedämpften Geräuschen, umspielt vom Plätschern eines Brünnleins. Sich von all dem ein Bild machen heißt: Gebrauch davon machen.

Autor: Florian Aicher