Kindergarten Heilbronn 2018
Sontheim | Deutschland

Bauaufgabe: Kindergarten
Standort
: D-74072 Heilbronn-Sontheim, Robert-Bosch-Str.
Bauherrschaft: Stadt Heilbronn
Auftrag: Wettbewerb 2015, 1. Preis

Architektur
: bernardo bader architekten | Dornbirn
Mitarbeit: Joachim Ambrosig (PL)
Bauzeit: 2017-2018
Grundstücksfläche: 3.288 m²
Nutzfläche: 996 m² BGF
Struktur: Holzelementbau

Holz, Licht und neue Materialien

Seit Sommer 2018 ist die Kindertagesstätte für 90 Kinder in Betrieb, Kinder aus vier Kindergärten zogen in die neue Kita um, wo sie nun von 19 Personen betreut werden. Viel Holz und Licht prägen den Flachbau. Die Kita bietet eine Turnhalle, einen Spielplatz, einen Raum zum Bauen und Konstruieren, einen Bereich für Mathe und Logik, ein Zimmer für Buchstaben und Sprache und ein Atelier. Die Kinder gehen zu geregelten Zeitpunkten in ihre drei Stammgruppen. Das teiloffene Konzept der Einrichtung ermöglicht den Kindern in den Freispielphasen auszuwählen, was sie gerne machen möchten. Die Bausumme wurde nicht nur eingehalten, sondern sogar unterschritten, ohne dass jedoch die Qualität gelitten hat.

Auszug aus dem Jurybericht: Das eingeschossige Gebäude mit seiner unprätentiösen Holzverkleidung fügt sich mit großer Selbstverständlichkeit in das Umfeld aus Kleingärten ein. Die reduzierte Gebäudehöhe vermeidet geschickt ungewollte Bezüge zum gebauten Umfeld. Durch das Heranrücken des L-förmigen Baukörpers an die Nordwestgrenze des Grundstücks entstehen differenzierte und schön dimensionierte Freiräume, der Eingangshof im Westen und die Spielbereiche im Süden und im Osten.
Das zentrale Foyer öffnet sich zum Südgarten und bildet eine funktionale Einheit mit dem Mehrzweckraum. Die Verwaltungs- und Sanitärräume sind folgerichtig platziert. Die Gruppenräume sind an einer langen Flurspange aufgereiht und haben einen direkten Zugang zum südlichen Gartenbereich. Die Flurzone wird durch großzügig verglaste Sitznischen und Rücksprünge im Bereich der Zugänge zu den Gruppenräumen gegliedert, Am Ende weitet sich der Flur nochmals auf. Dort befinden sich die Ruheräume. Die Raumhöhen sind sensibel differenziert. Die hohen Gruppenräume sind 2-seitig belichtet und belüftet. Die geringe Raumhöhe der Loggien erzeugt einen bewussten Raumabschluss und einen definierten Übergang ins Freie im kindgerechten Maßstab. Die natürliche Anmutung der Holzfassade verankert das Gebäude im naturnahen Umfeld und setzt sich in den Oberflächen aus Weißtanne im Inneren fort. Schöne Proportionen und sensibel gesetzte Fensteröffnungen ergeben ein Erscheinungsbild von hoher gestalterischer Qualität. Der bewusste Verzicht auf ein zweites Geschoss bietet Vorteile hinsichtlich der Rettungswegesituation und des Brandschutzes und lässt eine wirtschaftliche Realisierung erwarten. Der fehlende Aufzug wirkt sich positiv auf die Unterhaltskosten aus. Der Entwurf ist schlüssig vorgetragen und nutzt die Vorteile der eingeschossigen Bauweise beispielgebend. Ein besonderer Beitrag für ein Kinderhaus und sehr passend für diesen Ort.