Alpin Sport Zentrale 2016
Schruns | Österreich

Bauaufgabe: Verwaltungsbau für die Silvretta Montafon GmbH
Standort: 6780 Schruns | Vorarlberg
Lage: 700m Seehöhe
Auftrag: Wettbewerb 1. Preis – In Bearbeitung

Architektur: bernardo bader architekten
Mitarbeit: Joachim Ambrosig (PL), Axel Baudendistel (WB)
Bauleitung/Ausschreibung: Heinz Fleisch  | Rankweil  Schruns
Statik: Mader Flatz | Bregenz
Foto: bernardo bader architekten

Grundstücksfläche: 1600m²
Nutzfläche: 4000m²
Energiekonzept: Wärmepumpe, Betonkernaktivierung
Struktur: Massivbau mit zweischaliger Ziegelkonstruktion ohne zusätzliche
Dämmung, Natursteinfassade

»Ein starkes Haus für Schruns«

Abfolge von Plätzen
Städtebaulicher Leitgedanke für den Entwurf ist eine solitäre Baukörpersetzung, welche im
Zusammenspiel mit der umgebenden Bebauung einen neuen, gefaßten Platzraum schafft und diesen mit
den bereits bestehenden Dorfplätzen verbindet. Hierdurch wird eine für Schruns neue und überzeugende
Abfolge von mit einander räumlich verzahnten Plätzen hergestellt, welche die langfristige, raumplanerische
Binnenentwicklung qualitativ sichert.

Ein Solitär für Schruns
Die Hauptfassade zentriert den neugeschaffenen Platzraum und bedient durch ihre präzise Setzung eine
angenehme und für den Ort angemessene Gediegenheit. Große Fensteröffnungen in Kombination mit
geschlossenen Wandflächen wie auch die anvisierte Materialisierung mit wenigen, langlebigen Materialien
unterstützen die starke Grundform.  Das ‚Brechen‘ der Fassadenebenen in Teilflächen resultiert aus der
Absicht, auf die jeweiligen Bedingungen des Ortes zu reagieren.
So besitzt die Haupt- wie auch die Hochjochbahnfassade durch ihre konkave Ausbildung einen bergenden
Charakter, während die konvexen Südwest- und Südostseiten dem leicht geknickten Verlauf der
Silvrettastrasse folgen,Öffnungen in die Ferne einjustieren und in die Plätze einleiten.

Die Ordnungsprinzipien des Gebäude-Innern
Das Erdgeschoß ist schwellenlos mit dem Silvretta Platz verbunden und fungiert mit den Funktionen
Lobby, Infotheke und Konferenzraum als öffentlicher Teil des Hauses. Hier trifft und informiert man sich
und hier finden die Medienevents, Presse-Konferenzen und Bankette statt. Zugunsten maximaler
Flexibilität sind die oberen Bürogeschosse lediglich durch drei aussteifende Kerne zoniert, welche das
Treppenhaus, den Aufzug und die Naßzellen beherbergen. Deren Anordnung minimiert die Erschließungs-
fläche und ermöglicht informelle Kommunikationszonen für die Mitarbeiter. Team- und Einzelbüros wie
auch die Besprechungsräume sind mit ausgewählter Möblierung ausgestattet, flexibel abtrenn- und
um-konfigurierbar und gruppieren sich exzentrisch um diese Kern- und Erschließungszonen.

Materialisierung
Die Materialisierung der Fassade für die neue Alpinsport-Zentrale besitzt einen zugleich zeitlosen wie
zeichenhaft-repräsentativen Ausdruck. Hier schaffen Motive wie ‚aus Stein gehauen‘, ‚der Bergwelt
zugehörig‘, ‚ungekünstelt – echte Massivität‘, oder ‚Handwerklichkeit‘ und Bautradition‘ eine vertraute wie
griffige Bildhaftigkeit. Alle Innenwände und Decken sind mit einer etwas gröberen Kalkglätte verputzt.
Die Oberböden in den stark beanspruchten, öffentlichen Zonen bestehen ebenfalls aus Naturstein, während
alle Büros, Besprechungsräume und die Lounges mit massiven, sägerauen Naturholzdielen ausgestattet
sind. Trotz offener Grundrissdisposition schaffen die Naturholzböden in Kombination mit raumhohen
Massivholzmöbeln in den Bürogeschossen nahezu wohnliche, stubenhafte Arbeitsatmosphären.